Suche

		

Goldschmied: „Mehr als funkelnde Edelsteine“

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Das kann Nicole Dubielzig aus Sebnitz (Sächsische Schweiz) bezeugen. Manchmal ist es auch Silber, Platin, Palladium oder ein hübsch funkelnder Edelstein. Nicole ist 19 Jahre alt und macht eine Ausbildung zur Goldschmiedin.

An meinem Arbeitsplatz erwartet mich mehr als funkelnde Edelsteine. Ich habe durch die Werkstattarbeit oft schmutzige Hände. Lange, gepflegte Fingernägel kann ich vergessen. Aber darum geht es ja nicht. Das Herstellen von Schmuckstücken fasziniert mich. Deswegen mache ich diese Ausbildung. Um Goldschmiedin zu werden, braucht man vor allem Kreativität und Fingerfertigkeit.

Diese Woche arbeite ich an einem Kettenanhänger. Am Anfang habe ich mir erst einmal Gedanken über Material und Form gemacht. Die Wirkung, die das Schmuckstück erzielen soll, ist natürlich auch wichtig. Danach habe ich per Hand eine Skizze gezeichnet. Heute werden solche Skizzen oft mit Hilfe von speziellen Computerprogrammen gemacht.

Nachdem ich mich für ein Material entschieden habe, muss ich es zurechtbiegen, feilen, schleifen und schmirgeln. So läuft das eigentlich bei fast jedem Schmuckstück. Dann kommt die Feinarbeit: das Polieren. Hier ist Feingefühl gefragt, da es besonders schwierig ist. Ein Fehler, und der schöne Glanz wäre futsch. Mit der Zeit habe ich Sicherheit und Routine beim Verarbeiten der verschiedenen Rohstoffe bekommen. Am Anfang meiner Ausbildung habe ich etwa eine Woche für so ein Schmuckstück gebraucht. Heute schaffe ich es an einem Tag.

Ich mache nicht nur Neuanfertigungen. Viele Aufträge sind Reparaturen von kaputtgegangenen Schmuckstücken. Wenn wir an solchen alten Erinnerungsstücken arbeiten, tragen wir eine große Verantwortung. Die Kunden vertrauen schließlich darauf, ihre Stücke heil wiederzubekommen.

Zweimal pro Jahr habe ich fünf bis sieben Wochen Schule. Die ist in Thüringen. Heute gibt es nur noch  wenige Goldschmiede. Darum ist natürlich auch die Zahl der Schulen begrenzt. Ich habe Fächer,  wie zum Beispiel Werkstatt- und Edelsteinkunde. Echt interessant.

In meiner Abschlussprüfung muss ich ein Gesellenstück anfertigen. Ich darf selbst entscheiden, was ich mache und wie es aussehen soll. Nur ein paar Anforderungen hat der Prüfer an uns. Was für ein Schmuckstück ich machen will, weiß ich aber noch nicht.

Nach meinem Abschluss habe ich viele Möglichkeiten. Ich kann zum Beispiel Schmuckdesign studieren, da ich Abi gemacht habe. Vielleicht werde ich auch Goldschmiedemeisterin und eröffne eine eigene Werkstatt. Mal sehen, was die Zukunft bringt.

Aufgeschrieben von: Nadine Kilburg